Bilder & Berichte

2024: Exkursion per Fahrrad mit dem Leiter des Dorstener Planungsamtes Marc Lohmann zu den Erdgas- und Wasserstoffleitungen im Stadtgebiet

Sonntag, 30.06.2024

Es hatte an diesem Wochenende noch bis Sonntagmorgen stark geregnet, aber pünktlich gegen 12 Uhr dann aufgehört - dazu war es noch ein rein technisches Thema – was natürlich nur wirklich Interessierte Mitglieder und Gäste ansprach.

Aber es versprach dennoch äußerst spannend zu werden – und so war es dann auch. Mit einer überschaubaren Anzahl Neugieriger startete der Leiter des hiesigen Planungsamtes Marc Lohmann - nach der Begrüßung und Vorstellung seiner Person - auch gleich mit dem Rad.

Ablauf der Tour

Über die alte Eisenbahnbrücke ging es über den Kanal, entlang der Wasserstraße bis hin zur ehemaligen Hafenbahntrasse, weiter über die Halterner Straße hinaus bis zur neuen Erdgas-Station von Uniper auf der Rückseite des Geländes von Rexin. An dieser Stelle betreibt die Uniper Kraftwerke AG eine Erdgasstation, so Marc Lohmann, wo sie das von der Open Grid Europe (OGE) erhaltene Erdgas - Startpunkt ist hier die „Station Marbeck“ der Erdgasfernleitung „ZEELINK“ bei Heiden (wo das von Zeebrügge (Belgien) ankommende Erdgas oder LNG eingespeist wird) und Endpunkt ist der OGE L-Gas Knotenpunkt bei Dorsten. Die Leitung wird eine Länge von ca. 18,5 km aufweisen und wird dann zum neuen GuD Kraftwerk in Scholven weiterleitet. Aufgrund der Raumbedeutsamkeit des Vorhabens haben die Regionalplanungsbehörden des Regionalverbands Ruhr (RVR) und der Bezirksregierung Münster ein Raumordnungsverfahren durchgeführt. Die Federführung für dieses Vorhaben lag bei der Regionalplanungsbehörde des RVR. Die Leitungen werden dabei bidirektional betrieben. Somit ist es möglich, in beide Richtungen Gas fließen zu lassen bei einem Auslegungsdruck von 70 Bar. Der Nenndurchmesser des Stahlrohres wird 610 mm haben und wird mindestens einen Meter unter der Erdoberfläche verlaufen. Dabei wird es zu jeder Seite der Leitung einen sechs Meter breiten Schutzstreifen geben.

Darüber hinaus wird Dorsten ein Knotenpunkt von wichtigen Wasserstofftrassen sein. Die RWE wird dazu in ihrem Kraftwerk Lingen mit anderen Partnern den Wasserstoff erzeugen. Von dort aus soll dann über Dorsten und weiter über Schermbeck eine brandneue Wasserstoff-Leitung bis nach Duisburg Hamborn gelegt werden. Do-Ha (Leitung Dorsten-Hamborn) heißt die neue Anbindung. Von hier startet dann die etwa 42 Kilometer lange Wasserstoff-Leitung. Sie wird das Stahlwerk in Duisburg Hamborn (ThyssenKrupp) künftig mit Wasserstoff versorgen. In Duisburg wird damit „Grüner Stahl“ gekocht. Doch auch eine weitere Trasse nach Marl ist geplant. Die Do-Ma (Leitung Dorsten-Marl) soll die Industriebetriebe im Chemiepark Marl künftig ebenfalls mit Wasserstoff versorgen. Dabei wird sie eine Länge von etwa neun Kilometern erreichen. Die Leitungen werden bidirektional betrieben werden können. Somit ist es möglich, in beide Richtungen Gas fließen zu lassen bei einem Auslegungsdruck von 70 Bar. Der Nenndurchmesser des speziellen Stahlrohres wird 610 mm haben und wird mindestens einen Meter unter der Erdoberfläche verlaufen. Dabei wird es zu jeder Seite der Leitung einen fünf Meter breiten Schutzstreifen geben. OGE und Nowega GmbH beabsichtigen als Projektpartnerinnen den Neubau dieser Wasserstoffleitung Dorsten-Marl (DoMa). Hintergrund ist der Aufbau eines Wasserstoffnetzes in Deutschland, um die Erzeugerregionen mit den Verbrauchsregionen zu verbinden. Die Leitung beginnt an der „Station Dorsten“ und verläuft in östlicher Richtung über die Molchschleusenstation in Marl (Oelder Weg) mit Weiterführung in den Chemiepark Marl. Dazu wird auch noch eine neue Messanlage gebaut werden, damit ein sicherer Betrieb gewährleistet wird. Für den Bau und Betrieb der Leitungen sei es laut RVR erforderlich, im Wesentlichen landwirtschaftlich genutzte Flächen sowie sonstige Freiflächen von Privateigentümern oder der öffentlichen Hand in Anspruch zu nehmen.

Wir fuhren jetzt wieder zurück und über die Wienbecke, Gälkenheide und Am Roten Stein nach Deuten-Sölten zum Parkplatz an der Kreuzung Söltener Landweg/Birkenallee. Hier zeigte uns Lohmann exemplarisch anhand von Kartenmaterial die Detailplanung der Leitungsführung bei einer Straßen-Überquerung. Denn die einzelnen Leitungsabschnitte werden in der Regel zusammengeschweißt und dann mit Spezialbaggern in die vorhandene Trasse vorsichtig hineingelegt und nach den entsprechenden Sicht- und Druckprüfungen direkt mit dem Erdreich wieder verschlossen und aufgeforstet. Danach ging es über Deuten – hier ein Abstecher zur schön gestalteten neuen Dorfmitte an der Herz-Jesu-Kirche am Kirchweg – weiter den Kirchweg, Deutener Weg, über den Rhader Mühlenbach, den Rhader Weg und weiter nach links den Rüther Weg und jetzt abbiegend wieder nach links ein kürzeres Stück auf “Im Brok” um danach auf die Bakelheide und über “Am Vorwerk”, den Tüshausweg wieder zurück nach Holsterhausen zu fahren.

Dort aber zunächst noch über den Wulfener Landweg, in der Ewigkeit und Bruchweg. Dann noch ein weiterer Halt für weitere Erklärungen von Marc Lohmann zum Emmelkamp. Wie bereits zuvor berührtem wir auch in diesem Landschaftsbereich wieder zukünftige Leitungsbau. Hier endete jetzt die vom Verkehrsverein und städtischem Planungsamt organisierte Radtour – eine wunderbare Mischung aus unterhaltsam vorgetragenem Fachwissen und ein wenig Touristik von und mit Planungsamt- Leiter Marc Lohmann, verbunden mit einem ganz herzlichen Dankeschön!

Fotos