Bilder & Berichte

2025: Radtour und Spaziergang durch die Bergbausiedlung, dem interkulturellen Garten, der Kaue und der Maschinenhalle

Sonntag, 27.04.2025

Es war wieder einmal ein sonniger, schöner Tag, als sich 15 Personen an der Radstation trafen, um mit zur Maschinenhalle nach Hervest-Dorsten zu radeln, unserem ersten Treffpunkt.

Denn dort sollte Volker Jenau die Gruppe übernehmen um ihr die Bergbausiedlung, den kommunalen Garten, die große Kaue und anschließend eben die Maschinenhalle mit dem Bergbau-Regal und der dortigen Dampfmaschine zu zeigen.

Ablauf der Tour

Volker Jenau, der zwar Beisitzer im Bergbauverein ist, aber kein Bergmann ist und war und bekannt in Hervest ist wie kein Zweiter. Hier an der Maschinenhalle stellten wir erst einmal unsere Räder sicher ab, um dann zu dem Brunnenplatz, das Herzstück der Bergbau-Siedlung per Fußmarsch zu gelangen.

Dort angekommen, erläuterte uns Jenau diesen Platz, seine Geschichte mit den ehemaligen umliegenden Geschäften, den dortigen Wohnhäusern, dem Brunnen und eben auch der jetzigen Verwaltung Viwavest Wohnen GmbH, die Gesellschaft, die die ehemalige Kolonie und heutige „Soziale Stadt“ Dorsten-Hervest umgebaut und heute betreibt. Hier, am Brunnenplatz, betreibt der Bergbauverein auch eine kleine Muster-Wohnung, die der damaligen Zeit entsprechend eingerichtet war. Generell fanden hier auf diesem Platz und um den typischen Bergbau-Brunnen herum viele integrative Veranstaltungen bereits statt. Es ging nun durch die teilweise pittoresk anmutende Siedlung weiter zum interkulturellen Garten hinter einem Garagenhof der Heinrich-Wienke-Straße gelegen.

Hier empfing uns Hilde Schlebach-Schlenger als sachkundige „Gärtnerin“ dieser multikulturellen Einrichtung. Natürlich war zu dieser frühen Jahreszeit nur wenig Blühendes zu sehen, dafür aber fachgerecht vorbereite Bodenstrukturen erkennbar. Hier sind im Sommer dann etliche fleißige Menschen tätig, die verschiedene Gemüsesorten, Kräuter und Blumen zu einem wunderschönen Ensemble vereinen. Das notwendige Wasser muss natürlich über eine Handpumpe auf dem Gelände hergeholt werden, Strom gibt es von hilfsbereiten Nachbarn ebenfalls – je nach Bedarf. Es geht jetzt durch die Siedlung weiter, vorbei an typischen Häusern, durch verwinkelte Gassen und vorbei an Spielplätzen, auch ein Haus mit einer kleinen ehemaligen Gefängniszelle wird uns gezeigt, gefolgt von oftmals humorvollen Erklärungen und Erläuterungen durch Volker Jenau.

Wir verlassen nun die Siedlung selbst und überschreiten die Halterner Straße im Eingangsbereich der ehemaligen Zeche, nicht ohne zuvor erst noch den Stein mit der Erinnerung an die damalige Mahnwache der Beschäftigten um das Überleben ihrer Zeche von Oktober 1996 bis März 1997 kämpfte, an der auch Schwester Paula (Tisa von der Schulenburg) intensiv teilnahm. Dann geht es weiter durch das Gebäude der Lohnhalle in die Kaue. Dort aber tobte an diesem Tag eine Veranstaltung mit dem Namen „Hüpfburg und andere Geräte der Kinderbelustigung“. Da diese große Halle uns aber überwiegend bekannt war, verließen wir diese wieder und gingen über das hintere Gelände direkt in die Maschinenhalle mit dem riesigen Bergbau-Regal und der großen, von fachkundigen Mitgliedern und externen Fachleuten wiederhergestellten, elektrisch betriebenen Dampfmaschinen. In der Maschinenhalle selbst lief gerade die Ausstellung „Perspektiven auf das Ruhrgebiet“ der Künstler Hans Blossey und Many Szejstecki, die sowohl Zechen und Bergwerksteile über Tage als auch Strukturen unter Tage darstellten und vereint großformatige Luftbildfotographien und beeindruckende Gemälde. Sie wurden dabei so positioniert, dass sie mit dem einzigartigen industriellen Charme der Maschinenhalle harmonierten.

Hier gab jetzt Jenau, der uns so unterhaltsam und kenntnisreich durch die Siedlung, den Garten, die Lohnhalle und in die Maschinenhalle geführt hatte, den „Stab“ an die stellvertretende Vorsitzende des Bergbauvereins, Gaby Beer ab. Sie stellte uns dann den elektrischen Betrieb der beiden Zwillingsmaschinen fachmännisch und mit Engagement vor und erwähnte dabei auch die hohe Verantwortung der Personen, die diese Maschinen bedienten. Denn neben dem Bergbaumaterial beförderten die Maschinen seinerzeit auch die Bergleute selbst sowohl hinunter in das Bergwerk als auch wieder über Tage hinauf. Bekannt ist hier das sog. Schlagen, über deren Anzahl die Kommunkation mit den Bergleuten in den verschiedenen Sohlen betrieben wurde.

Es war eine informative Rundfahrt mit viel Lokalkolorit zu sehen und ein Eintauchen in die geschichtliche Entwicklung einer Erlebniswelt von der Technik und den schwer bis schwerst arbeitenden Menschen im Bergbau – Volker Jenau, Hilde Schlebach-Schlenger und Gaby Beer sagt der Verkehrsverein Dorsten daher ganz herzlichen Dank!

Fotos