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2026: Radtour zum neu gegründeten Kommunalen Servicebetrieb Dorsten (KSD)

Dienstag, 28.04.2026

An diesem Dienstag schien wieder einmal die Sonne vom Himmel, als 18 an dem Thema interessierte Personen sich am Bürgerbahnhof trafen.

Mit Dipl.-Ing. Andreas Jung, der zusammen mit Antonius von Hebel heute die Gesamtleitung der drei Einheiten inne hat, radelten wir dann zu dem ersten der drei Standorte, dem vielen Bürgerinnen und Bürgern bestens bekannten Entsorgungsbetrieb EBD „An der Wienbecke“.

Ablauf der Tour

Hier angekommen, stellte Jung sich selbst und den KSD dann vor, der heute die Bereiche Straßenunterhaltung, Grünflächenpflege und Entsorgung organisatorisch unter einem Dach vereint. Ziel des im Frühjahr 2025 gestarteten Zusammenschlusses war es, Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten, Synergien zu nutzen und der Bevölkerung in Dorsten dadurch einen besseren Service zu bieten. Rund 200 Beschäftigte sind in der neue KSD beschäftigt und auch der Fuhrpark umfasst heute an die 150 Fahrzeuge. Unnötige Doppelstrukturen an Fahrzeugen und Ausrüstung werden so vermieden und die drei bisherigen Betriebshöfe an der Wienbecke (Entsorgung), an der oberen Halterner Straße (Straßenunterhaltung) und an der Hasselbecke (ehemalige Stadtgärtnerei) bleiben zunächst bestehen, so Andreas Jung. Auf Grund dieses Zusammenschlusses haben heute die Mitarbeitenden auch andere Bereiche kennen gelernt und haben so zwischenzeitlich ein ganzheitliches Verständnis für den kommunalen Service entwickelt. Zudem setze der KSD auf Digitalisierung und moderne Technik um die Einsatzplanung und auch das Management des Fuhrparks weiter zu optimieren. Damit ist der KSD praktisch ein Bereich der sog. Daseinsvorsorge für die gesamte Bevölkerung. Über die BürgerApp ist jetzt auch für uns Bürgerinnen und Bürgern ein „direkter Draht“ zum KSD gegeben, vor allem bei aktuellen oder drohenden Gefahren.

Dann ging es über den Wertstoffhof weiter und Jung informierte uns über die einzelnen Stationen, die allesamt wunderbar mit großen Zahlen und der Aufschrift des Entsorgungsgutes gut leserlich beschriftet und klassifiziert waren. Auf Grund von diversen behördlichen Vorschriften wird die Einteilung der Entsorgungsgüter immer feiner und dadurch auch komplexer. Das war aber nur der erste Teil dieser Anlage. Darüber hinaus gibt es weitere Aufbauten, wie z.B. eine voll ausgerüstete, zentrale Werkstatt mit eigenem Kfz-Meister incl. Bremsenstand usw., große Salzlager für den Winterdienst nebst Soleflüssigkeit, und, u.a. auch Sammelcontainer (Gitterboxen) mit gebrauchten Behältnissen mit Ballongas (techn. Helium), Lachgas (Partydroge) und gebrauchten Vipes usw. Insbesondere ging Jung in diesem Zusammenhang hierbei auch auf die latente Bereitschaft zu Bränden oder sogar Explosionen von Lithium-Ionen-Batterien ein, die allesamt niemals in die normalen Abfallbehälter entsorgt werden dürfen. Normale Batterien der Haushalte können bei den ausgebildeten Fachkräften am Eingang des Werstoffhofes abgegeben werden. Weiter diverse Garagen und natürlich verschiedene Bürogebäude für die gesamte Verwaltung. Man plant hier beim KSD langfristig noch weitere Anlagenteile bzw. Flächen zu erwerben.

Danach ging es hinüber zur imposanten großen und ehemals zum Bergbau gehörenden Rundhalle der Firma Humbert. Das Gebäudedach ist besetzt mit Solarmodulen und das Gelände selbst weist darüber hinaus noch weitere Gebäude auf, wie z.B. ein Bürotrakt eine große LKW-Waage, Unterstellmöglichkeit für anfallende verschiedene Abfallmengen. Michael Lievertz, der für diesen Bereich des Recycling zuständige Betriebsleiter begrüßte uns und hieß uns ebenfalls herzlich willkommen. Nach der Verteilung der notwendigen Sicherheitswesten führte er uns über das Gelände und in die Rundhalle selbst. Es war schon ein atemberaubener Eindruck der uns da auftat. Wie die Müllwagen der Stadt Dorsten dort zeitversetzt eintrafen oder auch diverse andere LKWs mit ihren Ladungen, die dort mit einem 60m Stromkabel verbundenem großen Bagger in die einzelnen Boxen verbracht wurden, um dort dann in bereitstehende Container zwischengelagert werden und eine Planierraupe anschl. die Mengen jeweils zusammen schob. Dann der Blick in die Riesenhalle. Hier lagerten die verschiedensten Güter verschiedenster Körnung, sowie eine schwere Brechanlage von grobem Material bis hin zu stufenförmig per Siebeinlagen fein- und feinstkörnigen Anteilen und auch der Dorstener Hausmüll entlud sich aus den eintreffenden Müllwagen, um dann mittels Frontlader in entsprechende Container zum Weitertransport in die Hertener Müllverbrennung umgeladen zu werden. Gerade kam übrigens ein ganz neuer, vollständig elektrifizierter Müllwagen hereingefahren, um seine Ladung an entsprechender Stelle abzuladen. Michael Lieverts konnte während des Rundgangs dabei jede unserer Fragen beantworten und als es in das Bürogebäude ging, auch zusätzlich noch diejenigen, die im Zusammenhang mit den erzeugten Meßwerten der Waage standen, die dort in einem Computer abgespeicherten und berechneten Ladungen ergaben, die anschl. vom Gelände wieder wegfahrenden LKW dort hinterließen.

Weiter ging es nun über die Wienbachstraße und dann geradeaus über den Brauckweg, der uns direkt zur zweiten Betriebsstelle an der Halterner Straße führte, dem „Betriebshof Straße“. Hier auf dieser Betriebsstelle stellte uns Andreas Jung jetzt den dorten Leiter, Herrn Nicklas Klein Hitpaß vor - ein junger Mann, der uns anschließend mit Begeisterung „seinen“ Betrieb zeigte: Zuerst ging es in die Werkstatt, in der neben der Ausrüstung selbst noch diverse Gerätschaften standen, z.T. noch brandneue, teilweise mit Batteriebetrieb – alles für den Ausseneinsatz auf der Straße oder auch in Anlagen. Draußen dann z.B. eine Gerätschaft, mit der auf der Straße z.B. Schäden wie Löcher und andere Unebenheiten nach dem Winter mit Asphalt wieder geschlossen werden können. Dann weiter in die große Garage, in der z.B. ein LKW stand, ebenfalls für verschiedenste Aufgaben im Ausseneinsatz, danach dann der Park mit zig verschieden Verkehrszeichen und auch den neuen Absperrungen, z.B. für Strassenfeste usw. Danach dann etliche Garagen bzw. Unterstellmöglichkeiten für diverse verschiede spezielle Fahrzeuge, z.B. Mäher, oder solche für Arbeiten an Bäumen usw.

Man konnte hautnah erleben und sehen, wie die Mitarbeiter bei der Sache waren und Klein-Hitpaß ergänzte, dass neben den geplanten Routineaufgaben natürlich immer auch aktuelle Dinge, z.B. die von Bürgerinnen und Bürgern angemerkten Störungen mit bedacht werden müssen. Die Zeit war jetzt schon weit fortgeschritten und es wurde Zeit, weiter zu radeln. Wieder auf dem Fahrrad ging es über den Holtrichtersweg und weiter an der Lippe und später dann über die blaue Brücke hin zur Hasselbecke um nun dort die letzte Betriebsstelle noch zu besichtigen – den Betriebshof Grün, umgangssprachlich ehemals auch Stadtgärtnerei genannt. Diese Betriebsstelle liegt in malerischer Umgebung von Kleingartenanlagen, dem Segelflugplatz, Wasserläufen und Waldgebieten. Der ehemalige langjährige Leiter dieser Anlage, Wolfgang Schanz wurde altersbedingt aus dem Berufsleben verabschiedet und in der neu organisierten Einheit des KSD jetzt durch Herrn Michael Buckstegge abgelöst. Er wurde uns nun bei strahlender Sonne von Andreas Jung vorgestellt, begrüßte und hieß uns ebenfalls herzlich willkommen.

Zusammen mit beiden Herren ging es nun über die gesamte aufgeräumte und gut gepflegte Anlage und natürlich ebenfalls den umfangreichen Fuhrpark. Angefangen von einem stattlichen Traktor mit Vorbau zur Pflege von Wirtschaftswegen, über einen kleineren Traktor mit Walze sowie einem Bagger mit kleiner Schaufel für das Ausheben von Gräbern auf Friedhöfen. Hierbei bemerkte der Leiter des Betriebshofes, dass heutzutage beinahe an die 80% der Bevölkerung zum Urnengrab hin tendiert. Daneben dann ein LKW mit Hebebühne für verschiedenste Baumarbeiten. Ein weiteres Fahrzeug, ebenfalls mit einem Vorbau, der für Mähvorgänge im Gelände und Wirtschaftswegen vorgehalten wurde. Dann noch weitere Fahrzeuge, teilweise auch LKWs, mit deren Aufsätzen man z.B. bis auf 30m hoch in Bäume hineinfahren kann und andere verschiedenste Fahrzeugtypen für diverse Arbeiten im Gelände, z.B. auch kleinere Hächselarbeiten. Als Folge der Neuorganisation ist hier natürlich auch jederzeit ein Austausch mit Gerätschaften anderer Betriebsstellen möglich.

Es ging jetzt weiter vorbei an verschiedenen Holzablagen, einer Beetanlage mit jungen Bäumen verschiedenster Art für das Stadtgebiet und vorbei an ehemaligen Gewächshäusern, die heute mangels Anzucht von Pflanzen für verschieden andere Materialien gebraucht werden. Dann, auf einer Wiese auf der rechten Seite, ein großer LKW mit angehängtem Arbeitsgerät für große Häckselarbeiten, daneben ein großer Container für das gehäckselte Material. Es ging noch weiter zu einem weiteren Gewächshaus, bei dem es einem beim Betreten beinahe den Atem nahm. Es war hier heiß und die Luft stickig. Es diente der Aufbewahrung von verschiedensten Pflanzen und Blumen, teilweise auch exotischer Natur, die von den Floristen für verschiedenste Anlässen der Stadt verwendet werden. Danach dann ging es zurück zum Ausgangspunkt, den rel. großen und freundlich eingerichteten Aufenthalts- und Sozialraum – nicht ohne zuvor noch die vielen Fragen loszuwerden, die alle noch von beiden Herren geduldig beantwortet wurden.

Jetzt konnte noch, wer mochte, ein frisches Wassergetränk gezogen werden und anschließend verabschiedete man sich mit einem großen Dank bei Michael Buckstegge und dem rührigen Leiter der Gesamtabteilung des KSD, Andreas Jung – der uns diesen wunderbaren Service näher gebracht hatte und der es verstand, ein Gemeinschaftsgefühl dieser drei Betriebsstellen hervorragend herauszuarbeiten und an der Begeisterung der jeweiligen Leitungen war es auch für uns, den Mitgliedern und Gästen des Verkehrsverein für Dorsten und Herrlichkeit e.V. sichtbar.

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