Bilder & Berichte

2026: Radtour in den Emmelkamp unter der Führung von Dietrich Schlüter

Dienstag, 12.05.2026

Mit 14 Personen einschließlich unserem Leiter Dietrich Schlüter ging es vom Bürgerbahnhof in Dorsten direkt auf Erkundungsfahrt in den Emmelkamp.

Diese Bauernschaft wurde bereits im Jahre 890 erstmals urkundlich erwähnt, gehörte lange Zeit zu Altschermbeck und wurde dann 1975 ein Stadtteil von Holsterhausen. Um 1900 wurde der Emmelkamp aus der Pfarrei Ludgerus „ausgepfarrt“, der benachbarten St.Antonius Kirche zugeteilt und die Kinder der namensgleichen Grundschule konnten jetzt als Gastschüler nun den Unterricht besuchen.

Ablauf der Tour

ort angekommen, hielt es ihn schon am Anfang dieses Stadtteils nicht mehr auf dem Sattel, denn - das muss man wissen – Dietrich Schlüter ist bekanntermaßen ein „Urgestein“ des Emmelkamps und den darin beheimateten Bürgern und Bürgerinnen - und es ist seine erste Führung durch diese schöne Bauernschaft. „Unser Emmelkamp ist stark landwirtschaftlich geprägt und liegt in einer schönen und gepflegten Landschaft. Wir leben hier gerne und freuen uns mit den vielen Wanderern und Radfahrern, die hier Ruhe und Erholung suchen – hier kann man die Seele wahrlich baumeln lassen. Wir Emmelkämper sowie ebenfalls oftmals auch die im Dorf Holsterhausen lebenden Mitbürger feiern hier gerne und ausgiebig Karneval, Maibaum sowie das Uellen-, Kinderschützen-, und Sommerfest. Ohne Motor, aber mit voller Fahrt voraus – auch das Seifenkistenrennen am Emmelkamp begeistert hier Groß und Klein! Hier wird eben Brauchtum bewahrt und der Zusammenhalt gelebt“ , so die ersten Worte Schlüters, als wir am Platz des alljährlich auf der Wiese zur linken Straßenseite hin stattfindenden großen Osterfeuers ankamen, an dem sich beinahe alle beteiligen, einschl. der Kinder.

Es ging nun weiter bis hin zu einem Eckhaus Emmelkämper Weg / Bruchweg. Dieses Haus ist ebenfalls historisch und beherbergte ein Lebensmittelgeschäft der Familie Lensing. Die Alteingessenen konnten sich noch erinnern. Weiter ging es nun Richtung Ortsmitte hin zur Ludgerus Kapelle. Diese hatte man als Erinnerung an die Altschermbecker Zeit 1935 eingeweiht – die dazugehörige Fläche als Geschenk der Gemeinde St. Antonius. Neben dem hl. Ludger ist eine Gans beigestellt – ebenfalls als Erinnerung an die damalige Gänseplage und der Beendigung der Dürreperiode in Billerbeck, dort selbst aber dann aufgrund des Wassers dann aber mit dem Ludgerusbrunnen gehuldigt. Das Gesamtbildnis ist natürlich auch Teil der Symbolik des Wappens. Vor der Ludgerus Kapelle und vor den vier Birken dann der Gedenkstein 1100 Jahre Emmelkamp. Die dazugehörige Feier erfolgte auf dem Hof Keller am Stillen Weg. Von dieser Stelle aus dann der Blick nach links zur Straße „Am Steinwerk“ in Richtung Osten. Hinter dem Hof von Enbergs wird der Blick auf das Storchenpaar Hugo Sibille sichtbar – mit einer Brutzeit etwa von April bis Ende August.

Es geht jetzt auf diesem Weg weiter Richtung Buddes Hof, Am Steinwerk 40. Dort herrscht schon reges Treiben, als wir unsere Räder abstellen. Es ist das weitläufige Gelände dort, was uns berührt – von vorne am Eingang bis nach hinten durch – die verschiedensten Pflanzen – auf Hochbeeten dargeboten - gibt es hier zu kaufen, verschiedene Erden werden angeboten und auf Wunsch auch direkt vor Ort in mitgebrachte Balkonkästen o.ä. eingepflanzt. Überall brummt und summt es – ein wahres Erlebnis an Farben und Düften. Inhaber Peter Budde steht für uns parat: Seit 1980 führe er und die ganze Familie den Betrieb mit Leidenschaft und klarem Verstand nun schon. Auch Gemüse und Kräuter kann man hier zu einem fairen Preis erwerben. Aber seine Kundschaft möchte nicht lange warten und wir verabschieden uns dankend bei ihm. Auch dieser Hof ist eben „Emmelkamp“. Es geht jetzt ein Stück weiter um die Ecke rum und auf den „Stillen Weg“ hin zu einer kleinen Marienkapelle vor dem Hof Keller. Es stellt eine Segensstaion Maria mit dem Kinde dar und wurde hier 1951 eingeweiht. Aufgrund eines bedauerlichen Unfalls ertrank hier 1936 in einem kleinen Tümpel ein kleines Mädchen, die Tochter der Familie Keller, die seinerzeit diese Kapelle errichten ließ. Ein Bruder dieses Mädchen, der mit uns die Radtour macht, erinnert sich noch aus Erzählungen seiner Mutter, die häufig auf dem Hof stand und oftmals weinte, als wieder einmal eine Prozession hier Halt machte.

Wieder zurück auf dem Emmelkämper Weg geht es jetzt zum Maibaum, verziert mit den in dieser Bauernschaft vorkommenden Beschäftigungen – Pferde, ein Humpen mit Bier, Landwirtschaft usw. - direkt vor dem Hause Schlüter am Buerboomweg. Wir bleiben zunächst noch an dieser Stelle, denn es gibt hier noch so einiges anderes zu bestaunen: Eine schöne und gemütliche Sitzgruppe für die vorbeikommenden Wanderer und Radfahrer, daneben dann eine perfekt funktionierende Wetterstation, die neben Sonnenschein auch Regen und Gewitter aushalten kann und erst bei einem Erdbeben ihren Dienst versagt. Ja und dann kommt noch das absolute Highlight dieses besonderen Ortes – ein aus Holz gebauter und drehbarer „Sonnenstuhl“ für mindestens zwei Benutzer – natürlich wurde der sofort ausprobiert, wie das zugehörige Foto zeigt.

Jetzt fahren wir weiter den Buerboomweg runter und Dieter Schlüter erzählt uns vom geplanten Bau der Wasserstoffleitung (Projekte Thyssengas und OGE), die u.a. auch im Emmelkamp quer über die dortige Wiese verlegt werden soll. Sie wird zukünftig das Brenngas von Emsbüren nach Dorsten liefern und die störenden Bäume wurden bereits abgeholzt. Dann erreichen wir auch schon unser nächstes Ziel: der Milchviehhof von Wilhelm Schulte Kellinghaus an der linken Straßenseite. Schon bei der Einfahrt auf den Hof fällt uns das blitzsaubere und durchstrukturierte Hofgelände auf, durch dass sowohl der Buerboomskamp von der einen Seite als auch die Schermbecker Straße von der anderen Seite hindurch führen. Es ist relativ groß und beherbergt u.a. auch Reste der ehemaligen königlichen Poststation (Buerbaum). Der reitende Postillion verteilte die kurfürstliche Post zwischen Berlin und Kleve. Hier konnte eine Rast eingelegt und die Pferde gewechselt werden. Auch Anette von Droste-Hülshoff erwähnte einmal die schöne Emmelkämper Landschaft, als sie von der Poststation aus über die alte Napoleon Straße (heute die B58) nach Havixbeck fuhr. Aber das alles hat nichts mit dem heutigen Besitzer Wilhelm Schulte Kellinghaus zu tun. Dessen Schwerpunkte fokussieren sich primär auf die Milchviehhaltung, Getreidebau sowie den Ackerfutterbau. Zu den weiteren Bereiche zählen zudem Silomaisflächen, Grünland sowie die Rinderaufzucht. Die Anlage verfügt dabei über ein modernes Außenmelkerkarussell und ein Stallgebäude aus dem Jahr 2014. Dazu ist der Hof als offizieller anerkannter Ausbildungsbetrieb der Landwirtschaftskammer registriert.

Schon bald ging es auf dem Buerboomweg wieder zurück auf den Emmelkämper Weg. Jetzt aber die Straße ein wenig weiter runter – bis hin zum geographischen Mittelpunkt des Emmelkamp. Und da zeigte uns Dietrich Schlüter erst einmal, was in ihm und der Nachbarschaft steckt: Mit einem „Monument“ wird hier die Stelle gekennzeichnet, sowie Breite und Länge. Die Höhe über Normal Null beträgt 47m und die Wappen von Altschermbeck, Holsterhausen und Dorsten sind mit der Jahreszahl ihrer Entstehung ebenfalls angebracht. Ein Wetterhahn zeigt am oberen Ende die Windrichtung an und zusätzlich kann hinter einer kleinen Glasscheibe die Windrichtung in Grad abgelesen werden. Eine kurze Info wird über einen QR-Code ebenfalls angegeben. Natürlich war das der Punkt der Bauernschaft, wo jetzt von unserer Gruppe ein schönes Foto zum Abschluss dieser wunderbaren Exkursion angefertigt wurde! Im Anschluss ging es jetzt nur noch ein Stück des Weges weiter bis hin zur ehemaligen Jagdhütte vom Pferdehof Markfort. Hier wartete bereits leckerer Kuchen und heißer Kaffee auf seine Gäste und natürlich ein ganz großes Dankeschön an unseren wunderbar humorvollen wie mit hoher Sachkenntnis ausgestatteten Leiter Dietrich Schlüter, der jetzt „seine erste Führung durch den gesamten Emmelkamp“ mit Bravour bestanden hatte!

Fotos